Montag, 4. April 2011
Kulturkritik von Afrikanern für Europäer
Vor einigen Jahren nahm sich Asfa-Wossen Asserate die «Manieren» vor, jetzt Kwame Anthony Appiah «Eine Frage der Ehre». Und wieder scheint ein Afrikaner uns etwas zu sagen zu haben.
Samstag, 5. März 2011
Herr Erdogan hat recht
„Alle sollen Deutsch lernen, aber zuerst sollen sie sehr gut Türkisch lernen“, empfahl der türkische Ministerpräsident türkischen Immigranten in Deutschland für die Erziehung ihrer hierzulande geborenen Kinder. Und natürlich protestieren gleich bundesdeutsche Politiker, voran der Außenminister.
Doch Herr Erdogan hat recht.
Es ist ein Irrtum, zu denken, wenn die Kinder gar nicht erst Türkisch lernten, würden sie besser Deutsch lernen. Wenn die Eltern noch nicht perfekt im Deutschen sind, so bedeutet das, daß die Kinder, wenn sie nicht Türkisch lernen, überhaupt keine wirkliche Muttersprache haben; dann sprechen sie im Elternhaus wenig oder auf unnötig geringem Sprachniveau. Das wiederum bedeutet, daß die Sprachfähigkeit überhaupt wenig entwickelt wird. Zweisprachig aufwachsende Kinder dagegen können durch diese doppelte Grundlage besonders leicht eine gute Sprachbeherrschung entwickeln – in beiden Sprachen.
Das ist nicht nur mir aufgefallen; die pädagogische Forschung (der gegenüber ich grundsätzlich skeptisch bin; hier aber hat sie doch recht) hat das seit einigen Jahren auch erkannt.
Natürlich bedeutet das auch, daß die Kinder mehr in der türkischen Kultur verankert sind. Aber hier gilt das Analoge: Kinder, die nicht in ihrer heimischen Kultur verankert sind, laufen eher Gefahr, an keiner Kultur richtig teilzuhaben, kulturell zu verarmen. Und wenn wer Angst vor der Islamisierung unserer Gesellschaft hat: der allgegenwärtige Laïzismus erscheint mir keineswegs harmloser; und kulturarm und glaubenslos aufwachsende Jugendliche werden sich sicher nicht leichter als Muslime zum Christentum bekehren.
Doch Herr Erdogan hat recht.
Es ist ein Irrtum, zu denken, wenn die Kinder gar nicht erst Türkisch lernten, würden sie besser Deutsch lernen. Wenn die Eltern noch nicht perfekt im Deutschen sind, so bedeutet das, daß die Kinder, wenn sie nicht Türkisch lernen, überhaupt keine wirkliche Muttersprache haben; dann sprechen sie im Elternhaus wenig oder auf unnötig geringem Sprachniveau. Das wiederum bedeutet, daß die Sprachfähigkeit überhaupt wenig entwickelt wird. Zweisprachig aufwachsende Kinder dagegen können durch diese doppelte Grundlage besonders leicht eine gute Sprachbeherrschung entwickeln – in beiden Sprachen.
Das ist nicht nur mir aufgefallen; die pädagogische Forschung (der gegenüber ich grundsätzlich skeptisch bin; hier aber hat sie doch recht) hat das seit einigen Jahren auch erkannt.
Natürlich bedeutet das auch, daß die Kinder mehr in der türkischen Kultur verankert sind. Aber hier gilt das Analoge: Kinder, die nicht in ihrer heimischen Kultur verankert sind, laufen eher Gefahr, an keiner Kultur richtig teilzuhaben, kulturell zu verarmen. Und wenn wer Angst vor der Islamisierung unserer Gesellschaft hat: der allgegenwärtige Laïzismus erscheint mir keineswegs harmloser; und kulturarm und glaubenslos aufwachsende Jugendliche werden sich sicher nicht leichter als Muslime zum Christentum bekehren.
Samstag, 26. Februar 2011
Die Ostung mittelalterlicher Klosterkirchen
Es gibt mehr zwischen Nordpol und Südpol, als unser Schulkompaß sich träumen läßt.
Das zeigen dankenswerterweise Rudolf Eckstein, Franziskus Büll OSB und Dieter Hörnig.
Das zeigen dankenswerterweise Rudolf Eckstein, Franziskus Büll OSB und Dieter Hörnig.
Dienstag, 15. Februar 2011
Petition - es muß wohl sein
Soll man ein unsinniges Memorandum durch eine Gegenpetition nobilitieren? Aber das geschieht schon, und so entsteht ein Wettbewerb zwischen den Unterzeichnern beider Seiten. Und wenn schon, dann soll doch besser die richtige Seite obsiegen. Darum habe ich unterzeichnet und gebe es meinen Lesern weiter:
www.petition-pro-ecclesia.de/
Und, damit es nicht nur langweilig ist: noch ein treffender Kommentar!
www.petition-pro-ecclesia.de/
Und, damit es nicht nur langweilig ist: noch ein treffender Kommentar!
Montag, 14. Februar 2011
Aus dem Second-hand-Hutladen
144 Theologen haben ein Memorandum veröffentlicht, die wohl nicht nur mir sehr bekannt vorkommt. Darum nur noch wenige Anmerkungen:
Verheiratete Priester und Frauen im kirchlichen Amt: daß erstere zum Nutzen der Kirche seien, hat gerade Peregrinus als zweifelhaft aufgezeigt; und was letztere betrifft, versteht die nächstbeste Tageszeitung hier Priesterweihe von Frauen, was bekanntlich auch der Papst nicht ermöglichen kann. Ist das ein dummes Mißverständnis, oder haben die 144 bewußt so mißverständlich formuliert?
Erfahrungen und Ausdrucksformen der Gegenwart, die in der Liturgie einen Platz haben müssen: das kirchliche Leben erstickt doch schon in einem Sumpf von solchen «Erfahrungen und Ausdrucksformen der Gegenwart» in den Gottesdiensten.
Beteiligung der Gläubigen an der Bestellung wichtiger Amtsträger (Bischof, Pfarrer): will etwa jemand, daß auch die Kirche in die Hand von Schröders und Westermerkels fällt?
Verheiratete Priester und Frauen im kirchlichen Amt: daß erstere zum Nutzen der Kirche seien, hat gerade Peregrinus als zweifelhaft aufgezeigt; und was letztere betrifft, versteht die nächstbeste Tageszeitung hier Priesterweihe von Frauen, was bekanntlich auch der Papst nicht ermöglichen kann. Ist das ein dummes Mißverständnis, oder haben die 144 bewußt so mißverständlich formuliert?
Erfahrungen und Ausdrucksformen der Gegenwart, die in der Liturgie einen Platz haben müssen: das kirchliche Leben erstickt doch schon in einem Sumpf von solchen «Erfahrungen und Ausdrucksformen der Gegenwart» in den Gottesdiensten.
Beteiligung der Gläubigen an der Bestellung wichtiger Amtsträger (Bischof, Pfarrer): will etwa jemand, daß auch die Kirche in die Hand von Schröders und Westermerkels fällt?
Freitag, 7. Januar 2011
Latein ist das beste Mittel, um logisch denken zu lernen, nicht wahr?
meint Heiner Geißler. Da gebe ich ihm gerne recht.
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Wem gehört die Bahn?
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe will gegen die Kürzungen der Sozialleistungen durch die Regierung Plakate kleben, auch auf Bahnhöfen. Das verweigerte die Deutsche Bahn: dadurch würde die Bundesregierung und damit den Eigentümer des Konzerns kritisiert.
Nun gehört aber die Deutsche Bahn nicht der Bundesregierung, sondern der Bundesrepublik Deutschland, deren grundgesetzliches Sozialstaatsgebot (Art. 20 (1)) die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe gegen die Regierung verteidigt.
Nun gehört aber die Deutsche Bahn nicht der Bundesregierung, sondern der Bundesrepublik Deutschland, deren grundgesetzliches Sozialstaatsgebot (Art. 20 (1)) die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe gegen die Regierung verteidigt.
Abonnieren
Posts (Atom)
