Mittwoch, 20. Januar 2021

Schulsport

Der Turnunterricht, im nationalistischen Milieu der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts verwurzelt, von Preußen ausgehend, wollte die Wehrhaftigkeit des Volkes stärken.
Und heute heißt das Schulsport.
«Zur Begründung des Schulsports mußten wir Schüler immer wieder hören, Bewegung sei gesund, darum müsse Schulsport sein.
So stellt sich die Frage, was Sport mit Bewegung zu tun hat. Im Blick auf den Schulsport jedenfalls ist die Antwort leicht. Es gab die sogenannte Leichtathletik: wir mußten lange anstehen, um dann 50, 75 oder gar 100 m zu laufen, um einen Sprung zu tun oder etwas zu werfen oder (Kugel) zu „stoßen“.
Andererseits gab es Geräteturnen: da standen ein „Reck“, ein „Barren“ oder ein Kasten, oder da lagen einige Matten; wir standen lange davor an, um dann eine kleine Übung auszuführen oder (ich) es zumindest zu versuchen.
Schulsport hat wenig mit Bewegung zu tun, umso mehr mit Anstehen.» (Was ist eigentlich abendländisch? E&E 20, S. 44)

Montag, 4. Januar 2021

Das Bedeutsame in der Liturgie

Was oft schon früher, jetzt aber mir innerhalb von sieben Tagen an zwei ganz verschiedenen Orten zweimal aufgefallen ist, gibt Anlaß zu einer grundsätzlichen Bemerkung:
Was in der Liturgie bedeutsam ist

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Am Fest der Hl. Familie

Die Lesung ist aus Kol. 3, 18 f.: «Ihr Frauen, ordnet euch den Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt! Ihr Männer, liebt die Frauen und seid nicht erbittert gegen sie!» (welch eine Lesung zum Fest der Hl. Familie! – als müsse dem heiligen Joseph das gesagt werden!)
Ein schwieriger Lesungstext. Theologisch ihn zu erklären vermag ich nicht. Doch mir bleibt es, aus der Erfahrung des Therapeuten und Eheberaters etwas zum Verständnis beizutragen.
Es gibt Ehen, in denen Gewalt herrscht; da ist es fast immer der Mann, der die Oberhand hat. Es gibt Ehen, in denen Kränkung, Demütigung herrscht; auch das geht überwiegend vom Manne aus. Das alles sollte unter Christen ausgeschlossen sein, wird in diesem Text vom Vers 19 scharf verworfen.
Doch in Ehen, in denen es Gewalt und Demütigung ferne sind, hat meistens die Stimme der Frau das Übergewicht. Früher war es noch ausgeprägter, institutionalisiert: als mein Großvater geheiratet hat, hat er meiner Großmutter das Portemonnaie übergebe; fortan bekam er von ihr Taschengeld zugeteilt, ebenso wie später dann mein Vater von meiner Mutter.
Heute ist es für den Berater immer wieder zu erleben, daß Männer von der Forderung ihrer Frauen, Probleme anzusprechen und durchzudiskutieren, eingeschüchtert sind, daß sie sich verbal unterlegen fühlen, sich dem aber auch nicht einfach entziehen können, daß mit diesen Mitteln die Frauen im Eheleben zu bestimmen vermögen.
Ich sehe in der Forderung des heiligen Paulus im Vers 19 das Bemühen um Gleichgewicht in der Ehe.

Dienstag, 27. Oktober 2020

Eine kalte Geschichte:
Der Mythos von 18°

Seit der Schulzeit hörte ich immer wieder, daß die Temperatur, bei der man sich am wohlsten fühlt, 18° sei. Und immer wieder mußte ich feststellen, daß bei 18° nur die Erreger von Erkältungen sich wirklich wohl fühlen. Woher kommt also der Mythos von 18° als Wohlfühltemperatur?
«Etwa null Grad Réaumur» steht in einer «kalten Geschichte» von Wilhelm Busch. Zu dessen Zeit, der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts, maß man die Temperatur in Deutschland nicht nach Celsius, sondern nach Réaumur. 18°R aber sind 22,5°C – und das ist schon eine Temperatur, bei der man sich – jedenfalls wenn man die Ansprüche des XIX. Jahrhunderts hat – wohlzufühlen beginnt.

Montag, 26. Oktober 2020

Papst Franziskus: «Yo siempre defendí la doctrina»

Papst Franziskus hat einen Satz gesagt über zivilrechtliche homosexuelle Verbindungen. Das ist eine persönliche Meinungsäußerung; mit der Lehre der Kirche hat sie nichts zu tun (wenn ich auch die Gefahr sehe, daß in sie eine moralische Wertung hineingelesen wird).
Daraus wurde, indem einige Sätze des Papstes zusammengeschnitten wurden, der falsche Eindruck erweckt, er billige solchen Verbindungen den Rang einer wirklichen Familie zu.
Sandro Magister hat die verschiedenen Äußerungen des Papstes zusammengestellt und die Montage deutlich gezeigt.
Und dabei zeigt sich auch sein Satz «Wer bin ich zu richten?», der seinerzeit Furore machte, durch den dort nun aufgezeigten Zusammenhang in anderem Licht.

Dienstag, 13. Oktober 2020

In honorem Francisci PP. I.

Oft haben wir uns kritisch über das Wirken Papst Franziskus’ I. und seiner Paladine geäußert, von der Schikanierung der Franziskaner der Immaculata bis zum Tiefpunkt seines Pontifikats, der Pachamama im Vatikan. Aber wir sehen auch, daß in letzter Zeit der Papst mehr und mehr dem zeitgeistigen Wind (gerade dem aus deutschen Landen) widersteht.
Und nun hat er eine Enzyklika herausgegeben, die Themata dieser Welt behandelt und kaum auf Transzendentes anspielt. Und sogleich kommen Vorwürfe (auch von einem prominenten Denker wie Salvatore Natoli), der Papst habe sich von aller Transzendenz abgewandt und beschäftige sich nur noch mit Politik. Es gab Zeiten (auch Äußerungen von Mitarbeitern des Papstes), da solch ein Eindruck begründet erschien. Doch das sagt nichts über eine Enzyklika wie die jetzige.
Innerweltliche Themata aus moralischer Sicht zu behandeln, ist durchaus Aufgabe des kirchlichen Lehramts, und Francesco Arzillo hat (im selben Positum auf Settimo Cielo [in vier Sprachen], in dem auch Salvatore Natolis Stellungnahme veröffentlicht ist) aufgezeigt, daß diese Enzyklika eine gültige Lehraussage ist, durchaus nicht des Bezugs nach oben entbehrt.
Daß deshalb ein protestantischer Autor, dem kath.net Raum gibt, dem Papst vorwirft, er sei parteipolitisch, ist Unfug: moralische Aussagen sind moralische Aussagen, unabhängig davon, ob sie einer Partei besser gefallen als einer anderen. Und sie abzulehnen, weil sie Fridays for Future bejubelt werden (selber wollte ich letztes Jahr durchaus nicht zur FFF-Großdemonstration gehen, wohl aber tags darauf wieder mit dem „Marsch für das Leben“, hatte jedoch an dem Tag Dienst), bedeutet Gegenabhängigkeit (man lehnt etwas ab, nur weil irgendwer, den man ablehnt, dafür ist) – die aber ist eines christlichen Denkers unwürdig.

Dienstag, 29. September 2020

LVI

VII est numerus salutis sæcularis quæ perpetuo hic subter patratur; VIII est numerus salutis superne prefectæ. Septies octoni autem LVI sunt.
Ex animo congratulor Aedificanti hos LVI.