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Donnerstag, 27. April 2023

Wie gut, daß „Jurassic Park“ nur Fiktion ist!

Wäre es möglich, aus dem Blut, das in Bernstein eingeschlossene mesozoische Mücken gesaugt haben, Dinosaurier-DNS wiederherzustellen, wäre es möglich, daraus lebendige Tyrannosauros reges hervorzubringen, was würde geschehen?
Zunächst würden diese seltenen, nicht nur vom Aussterben bedrohten, sondern zwischendurch sogar ganz ausgestorbenen Tiere unter strengsten Naturschutz gestellt. Wo Rinder oder Schweine noch im Freien gehalten werde, müßten sie, so würde gesagt werden, durch sehr stabile Zäune oder Mauern (natürlich nicht so niedrige und fragile Gebilde wie mittelalterliche Stadtmauern!) geschützt werden; kämen sie dennoch zu Schaden, so würde Schadensersatz geleistet werden, wenn der Schutz korrekt aufgestellt war. Wo Menschen getötet werden, dürften die geschützten Tiere natürlich nicht selber getötet werden, sondern müßten mit Lebendfallen eingefangen werden. Natürlich ist es eine Herausforderung, Lebendfallen dieser Größe und in entsprechender Zahl herzustellen; solange das noch in Arbeit ist, wäre Menschen zu empfehlen, sich nur in geschlossenen Räumen aufzuhalten ...
Würde einmal wider Recht und Gesetz eine Tyrannosaura regina oder ein Tyrannosaurus rex getötet (etwa mit einer großkalibrigen Pumpgun oder einer Handgranate), so wäre nach dem Täter zu fahnden, um ihn strafrechtlich zur Rechenschaft zu ziehen. Allerdings wäre die Fahndung dadurch behindert, daß die Fahnder sich nicht ins Freie wagen dürften.

Donnerstag, 14. Juli 2022

Arabische Musik und ostasiatische Küche

Eine Kneipe in unserer Nachbarschaft stand in dem Ruf, Treffpunkt Rechtsradikaler zu sein. Sie wurde aufgelöst; in das Lokal zog nun eine vietnamesisches Restaurant.
Vor nicht langer Zeit nun haben wir einige Freunde dorthin zu einer kleinen Feier eingeladen. Eine syrische Freundin haben wir gebeten, ihre ‘Ud mitzubringen, für uns darauf zu spielen.
Nur – arabische Musik in einem ostasiatischen Restaurant: wird das geduldet?
Wenn es auch im Garten war, ich war doch unsicher, als unsere Freundin zu spielen begann.
Bald nachdem sie begonnen hatte, kam der Wirt. Er fragte, ob er das aufnehmen dürfe.
Er hat dann ausgiebig aufgenommen und aus verschiedenen Perspektiven gefilmt.

Mittwoch, 17. Februar 2021

Dienstag, 27. Oktober 2020

Eine kalte Geschichte:
Der Mythos von 18°

Seit der Schulzeit hörte ich immer wieder, daß die Temperatur, bei der man sich am wohlsten fühlt, 18° sei. Und immer wieder mußte ich feststellen, daß bei 18° nur die Erreger von Erkältungen sich wirklich wohl fühlen. Woher kommt also der Mythos von 18° als Wohlfühltemperatur?
«Etwa null Grad Réaumur» steht in einer «kalten Geschichte» von Wilhelm Busch. Zu dessen Zeit, der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts, maß man die Temperatur in Deutschland nicht nach Celsius, sondern nach Réaumur. 18°R aber sind 22,5°C – und das ist schon eine Temperatur, bei der man sich – jedenfalls wenn man die Ansprüche des XIX. Jahrhunderts hat – wohlzufühlen beginnt.

Donnerstag, 23. Juli 2020

Mittwoch, 4. Juli 2018

Die höhere Lebenserwartung von Frauen

Wenn man die Lebenserwartung heute lebender Menschen berechnet, so ist das immer eine Extrapolation: wie alt Menschen im Schnitt werden, kann man nur aus der durchschnittlichen Lebensdauer der bereits verstorbenen entnehmen, die man durch die heutige Sterblichkeit im frühen Alter korrigiert, durch die heutige Kindersterblichkeit, durch Herausrechnung der Zahlen der Kriegsopfer. Aber im großen und ganzen – und gerade wegen der viel geringeren heutigen Kindersterblichkeit und des Endes der Weltkriege – wird die Zahl weiterhin bestimmt von der Sterblichkeit im Alter jener Generationen, die heute zum größten Teil verstorben sind.
Die heute errechnete Lebenserwartung wird also weitgehend bestimmt durch die Lebensverhältnisse der Menschen, die vor den dreißiger Jahren geboren wurden.

In früheren Zeiten waren die Lebensbedingungen für den Großteil der Bevölkerung (der ja für die Statistik mehr ins Gewicht fällt als die wohlhabenderen Schichten) sehr hart, die Arbeitszeiten waren lang, die Arbeit war mühselig. Doch hatten Frauen einen Vorteil: die Arbeit der meisten Frauen, der Hausfrauen, war selbstbestimmt, während die Männer sich dem Arbeitgeber zu fügen hatten. Die Frauen beherrschten weitgehend das Leben der Familie. Bevor seit den sechziger Jahren das Geld mehr und mehr aufs Konto floß, war es normal, daß der Mann seiner Frau am Zahltag seine Lohntüte übergab und von ihr dann Taschengeld erhielt.
Aber:
(I.) Dieser Vorteil der Frauen wurde oft zunichte gemacht durch zwei Faktoren: Trunksucht und Gewalt.
a) Trunksucht (Alkoholismus kannte man damals noch nicht): das hieß, daß die Frau zittern mußte, wieviel Geld nach der ehemännlichen Sauftour am Zahltag noch übrig war.
b) Gewalt: im Durchschnitt sind Männer körperlich stärker als Frauen; und es gibt mehr körperlich aggresive Männer als derartige Frauen. Und Männer waren viel häufiger trunksüchtig als ihre Frauen; und mit Trunksucht war sehr oft Gewalt verbunden.
Aber:
(II.) Seit den zwanziger Jahren hatten sich die Lebensbedingungen zugunsten der Männer verändert: nun gab es für Arbeiter den Achtstundentag, der Hausfrauen keineswegs zuteil wurde; erst die Einführung moderner Haushaltsgeräte, vor allem von Waschmaschinen, brachte auch ihnen Erleichterung.

Für die höhere Lebenserwartung von Frauen müssen also andere Umstände verantwortlich sein.
Zwei kommen in den Sinn, wenn man die früheren Lebensverhältnisse bedenkt:
(1.) Das Taschengeld der Männer diente vor allem dem Rauchen. Damals rauchten die allermeisten Männer und die wenigsten Frauen. Das Rauchen ist (heute) die Ursache etwa jedes achten Todesfalls.
(2.) Bis weit in die sechziger Jahre trugen Männer meistens Oberhemden, noch keine Rollkragenpullover und erst recht keine T-Shirts. Bei Herrenoberhemden aber ist es seit jeher (und bis heute) selbstverständlich, daß der Kragenknopf viel zu eng sitzt. Männer mußten also entweder den obersetn Knopf des Hemdes immer offen lassen, waren dann also ständig erkältet, oder sie knöpften ihn dennoch zu, waren dann ständig in Luftnot.