Samstag, 5. März 2011

Herr Erdogan hat recht

„Alle sollen Deutsch lernen, aber zuerst sollen sie sehr gut Türkisch lernen“, empfahl der türkische Ministerpräsident türkischen Immigranten in Deutschland für die Erziehung ihrer hierzulande geborenen Kinder. Und natürlich protestieren gleich bundesdeutsche Politiker, voran der Außenminister.
Doch Herr Erdogan hat recht.
Es ist ein Irrtum, zu denken, wenn die Kinder gar nicht erst Türkisch lernten, würden sie besser Deutsch lernen. Wenn die Eltern noch nicht perfekt im Deutschen sind, so bedeutet das, daß die Kinder, wenn sie nicht Türkisch lernen, überhaupt keine wirkliche Muttersprache haben; dann sprechen sie im Elternhaus wenig oder auf unnötig geringem Sprachniveau. Das wiederum bedeutet, daß die Sprachfähigkeit überhaupt wenig entwickelt wird. Zweisprachig aufwachsende Kinder dagegen können durch diese doppelte Grundlage besonders leicht eine gute Sprachbeherrschung entwickeln – in beiden Sprachen.
Das ist nicht nur mir aufgefallen; die pädagogische Forschung (der gegenüber ich grundsätzlich skeptisch bin; hier aber hat sie doch recht) hat das seit einigen Jahren auch erkannt.
Natürlich bedeutet das auch, daß die Kinder mehr in der türkischen Kultur verankert sind. Aber hier gilt das Analoge: Kinder, die nicht in ihrer heimischen Kultur verankert sind, laufen eher Gefahr, an keiner Kultur richtig teilzuhaben, kulturell zu verarmen. Und wenn wer Angst vor der Islamisierung unserer Gesellschaft hat: der allgegenwärtige Laïzismus erscheint mir keineswegs harmloser; und kulturarm und glaubenslos aufwachsende Jugendliche werden sich sicher nicht leichter als Muslime zum Christentum bekehren.

Samstag, 26. Februar 2011

Die Ostung mittelalterlicher Klosterkirchen

Es gibt mehr zwischen Nordpol und Südpol, als unser Schulkompaß sich träumen läßt.
Das zeigen dankenswerterweise Rudolf Eckstein, Franziskus Büll OSB und Dieter Hörnig.

Dienstag, 15. Februar 2011

Petition - es muß wohl sein

Soll man ein unsinniges Memorandum durch eine Gegenpetition nobilitieren? Aber das geschieht schon, und so entsteht ein Wettbewerb zwischen den Unterzeichnern beider Seiten. Und wenn schon, dann soll doch besser die richtige Seite obsiegen. Darum habe ich unterzeichnet und gebe es meinen Lesern weiter:
www.petition-pro-ecclesia.de/
Und, damit es nicht nur langweilig ist: noch ein treffender Kommentar!

Montag, 14. Februar 2011

Aus dem Second-hand-Hutladen

144 Theologen haben ein Memorandum veröffentlicht, die wohl nicht nur mir sehr bekannt vorkommt. Darum nur noch wenige Anmerkungen:
Verheiratete Priester und Frauen im kirchlichen Amt: daß erstere zum Nutzen der Kirche seien, hat gerade Peregrinus als zweifelhaft aufgezeigt; und was letztere betrifft, versteht die nächstbeste Tageszeitung hier Priesterweihe von Frauen, was bekanntlich auch der Papst nicht ermöglichen kann. Ist das ein dummes Mißverständnis, oder haben die 144 bewußt so mißverständlich formuliert?
Erfahrungen und Ausdrucksformen der Gegenwart, die in der Liturgie einen Platz haben müssen: das kirchliche Leben erstickt doch schon in einem Sumpf von solchen «Erfahrungen und Ausdrucksformen der Gegenwart» in den Gottesdiensten.
Beteiligung der Gläubigen an der Bestellung wichtiger Amtsträger (Bischof, Pfarrer): will etwa jemand, daß auch die Kirche in die Hand von Schröders und Westermerkels fällt?

Freitag, 7. Januar 2011

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Wem gehört die Bahn?

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe will gegen die Kürzungen der Sozialleistungen durch die Regierung Plakate kleben, auch auf Bahnhöfen. Das verweigerte die Deutsche Bahn: dadurch würde die Bundesregierung und damit den Eigentümer des Konzerns kritisiert.
Nun gehört aber die Deutsche Bahn nicht der Bundesregierung, sondern der Bundesrepublik Deutschland, deren grundgesetzliches Sozialstaatsgebot (Art. 20 (1)) die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe gegen die Regierung verteidigt.

Donnerstag, 1. Juli 2010

20 Jahre seit der Einführung der D-Mark in der DDR

Vor 20 Jahren wurde in der – damals längst vom SED-Regime freigewordenen – DDR die D-Mark eingeführt. Um das zu ermöglichen, mußte die DDR sämtliche Gesetze der Bundesrepublik Deutschland übernehmen.
Als gut zehn Jahre später in vielen Ländern der EU der «Euro» eingeführt wurde, war es plötzlich keineswegs nötig, daß all diese Länder die gleichen Gesetze hätten.