Samstag, 31. Mai 2014

Schach ist kein Sport

Schach ist kein Sport, befindet das Bundesinnenministerium, es mangle an der „notwendigen motorischen Eigenleistung“.
Es hat recht: Schachspieler sind nicht umgeben von Hundert- oder Tausendschaften biertrinkender grölender Fans, die nach dem Spiel auf Prügelorgien (eine intensive „motorische Eigenleistung“) aus sind. Schachliebhaber sitzen friedlich am Brett und, wenn sie nicht selber spielen, spielen sie Schachpartien der vergangenen Tage, Monate oder auch vergangener Jahrhunderte nach.
Schach ist kein Sport, Schach ist Kultur. Darin hat das Bundesinnenministerium recht. Und darum hat es dem Deutschen Schachbund die Fördergelder gestrichen.

Montag, 19. Mai 2014

Welche Partei bemüht sich für Sozialstaat und Umwelt?

Auf „TISA“ als neue Bedrohung für Sozialstaat und Umwelt nach „TTIP“ und „ISDS“ hatte ich schon in den Allotria hingewiesen, zum Unterzeichnen einer Petition aufgerufen. Interessant ist die Frage, wer eine solch dringend notwendige Petition ins Werk setzt. Ich gugle einmal „TISA“ und Petition (benutze dabei auch, um der bekannten Falle zu entgehen, „duckduckgo.com“).
Das Ergebnis: Es sind nicht die Grünen oder die Linke, sowieso nicht die Parteien der „GroKo“, auch nicht die von einigen guten Christen propagierten Kleinparteien CM, PBC, AUF.
Es ist die ÖDP.
Hätte ich nicht schon zuvor gewußt, was ich bei den Europawahlen wähle – jetzt wüßte ich es.

Anmerkung zum „Gugeln“

Wiese eigentlich nennen wir das Recherchieren im Netz mittels einer Suchmaschine „Gugeln“? Laut Grimms Wörterbuch bedeutet das „um sich schlagen“.

Samstag, 3. Mai 2014

Was ist Fachismus?

Ein Buch ist erschienen: „Der islamische Faschismus“; der Autor, Hamed Abdel-Samad, wird interviewt (taz vom 1.4.2014).
Zu seiner Meinung über den Islam kann ich nicht Stellung nehmen (allerdings mutet es mich anachronistisch an, ihn „faschistisch“ zu nennen); doch wie er Faschismus (implicite) definiert, ist interessant: „Die juristisch-politische Seite des Islam ist faschistoid und kann nicht anders, denn wenn ein Islamist in die Politik geht, hat er ein Ziel, nämlich eine islamistische Gesellschaftsordnung durchzusetzen, diese durch die Regeln der Scharia zu beherrschen und im nächsten Schritt auch die Welt zu beherrschen.“ Und: „Was machen Faschisten? Sie versuchen, Andersdenkende zu liquidieren, zum Schweigen zu bringen.“
Wendet man diese implizite Definition auf andere Ideologien an, stellt man an die Stelle von „Islam“, „Scharia“ etwa „Wirtschaftsliberalismus“, „Freier Markt“, so zeigt sich, daß diese Ideologie jedenfalls faschistisch ist. Nun ja: „Andersdenkende zu liquidieren“, das wohl noch nicht; aber wendet man die Definition auf die „political correctness“ an, so stehen wir schon dicht davor (in Spanien ist Anfang dieses Jahres ein Kardinal, Mons. Fernando Sebastián Aguilar, wegen nicht ganz linientreuer Äußerungen angeklagt worden).

„Geschlechtsumwandlung“

Einen besonderen Kommentar dazu bot kürzlich die tageszeitung.

Samstag, 29. März 2014

Eine christlich geprägte Partei

konsequent sozial, konsequent umweltbewußt, weit entfernt von politischer Korrektheit und Neoliberalismus – kann sie hierzulande eine Chance haben?
Wenn ich auf die bayrischen Kommunalwahlen schaue, sehe ich: vielleicht doch. Diese (wenn auch schon über 30 Jahre alte) nun aufstrebende Partei zeigte sich dort in kreisfreien Städten und Landkreisen bereits stärker als Linke, AfD, Piraten, Bayernpartei und Republikaner zusammen. Bei Kommunalwahlen treten allerdings Parteien des öfteren mit örtlichen Wählervereinigungen zusammen an. Zählt man diese gemeinsamen Listen hinzu, so ist die ÖDP erst recht stärker als jene fünf Parteien zusammen und auch bereits stärker als die untergehende FDP. Auch den einen oder anderen Bürgermeister wird sie stellen.
Die 3%-Hürde ist gefallen: ich bin gespannt auf das Ergebnis der Europawahlen.

Nachtrag:
Es sind fünf Bürgermeister geworden; dazu kommt noch die parteilose Bürgermeisterin von Ansbach, die sich auf ÖDP und eine örtliche Wählervereinigung stützt.

Montag, 10. März 2014

Zweierlei Maß

Die deutsche Bundeskanzlerin erklärt Versuche, die Krim von der Ukraïne zu lösen, für völkerrechtswidrig. Das mag sein (ich beziehe nicht Stellung; ich weiß nicht den Weg, die Nöte des Landes zu bewältigen). Vor sechs Jahren löste sich das Kosovo von Serbien. Nun ist das Kosovo geschichtlich sicher mehr mit Serbien verbunden als die Krim mit der Ukraïne. Damals aber protestierte die Bundeskanzlerin nicht.