Freitag, 7. Juni 2013

Wo dürfen wir wohnen?

Im rassistischen Südafrika wurden Schwarze aus ihren Dörfern vertrieben, um sie in Bantustans anzusiedeln, in Rumänien wurden unter Ceaucescu deutschstämmige Landesbürger aus ihren Dörfern vertrieben, um die deutschen Regionen zu romanisieren, in Tanzanien wurden unter Präsident Julius Nyerere Menschen aus ihren Dörfern vertrieben, um am neuen Ort eine neue Gesellschaft nach dem Geschmack der Regierung zu schaffen. Zu welchem Zweck dürfen hierzulande Menschen aus ihren Wohnvierteln vertrieben werden (einmal abgesehen vom Braunkohletagebau)? Lesen Sie nach bei Orietur Occidens!

Mittwoch, 5. Juni 2013

OB-Wahlkampf

Weit vor mir sehe ich ein Wahlplakat: «Wirtschaft steuern». Interessant.
Ich komme näher, und nun lese ich: [groß:] Wirtschaft [klein:] fördern! [groß:] Steuern [klein:] senken!»
Es ist, sehe ich nun auch, von unserer örtlichen rechtshalbradikalen Partei. Demnächst werden sie sicher «PRO» mit drei Pünktchen schreiben.

Dienstag, 4. Juni 2013

Botschaft aus dem Wallis

«Im Vorfeld der Firmung zeigte sich der Bischof höchst autoritär und ... Der Bischof blieb in seiner Haltung hart und die Messe fand nach rein liturgischen Kriterien statt.» [aufgefunden dank kath.net/Fettdruck von mir]
Ein Schrecken für einen Walliser Redakteur.

Dienstag, 28. Mai 2013

Künstlerplakate aus der DDR

werden in den örtlichen «Kunstsammlungen» ausgestellt. Großartige Stücke darunter – sie zeigen: die Beschränktheit der Mittel gibt der Kreativität Raum.

Montag, 27. Mai 2013

Tinniunt omnes et multi alii

Tinnit et illa facierum libro dedita Calliopes lectrix, tinnit Stanislaus balatu prohibitus.
Nonne tinniam et ego?

Samstag, 18. Mai 2013

Tinniunt omnes sine lege

Tinnit hera, tinnit herus, tinnit miles, tinnit clerus, tinnit ille, tinnit illa, tinnit servus cum ancilla, tinnit velox, tinnit piger, tinnit albus, tinnit niger, tinnit constans, tinnit vagus, tinnit rudis, tinnit magus, tinnit pauper et egrotus, tinnit exul et ignotus, tinnit puer, tinnit canus, tinnit presul et decanus, tinnit soror, tinnit frater, tinnit anus, tinnit mater, tinnit ista, tinnit ille, tinniunt centum, tinniunt mille.
Num tinniam et ego?
Tinniebat Pontifex ille almus, tinnit Pontifex novus, tinnit et Didymos Oikodomon!
Tinniamne et ego?

Dienstag, 16. April 2013

Warum nur hier?
oder:
Die Freundlichkeit der Päpste

Es war mir ein wichtiges Anliegen, vor einer Woche das Beileid dem zu widmen, der es verdient hat. Aber ich habe diesen Text nur in Tà emoû und in die Moralia gestellt, nicht an die etwas sichtbarere Stelle in den Allotria (Dank sei Dilettanto, der das etwas ausgeglichen hat). Mein Grund: der letzte Satz läßt sich als Kritik am Papst lesen – das aber will ich nicht.
Wie schon gesagt: er hat das schwere Los, Nachfolger eines großen Vorgängers zu sein. Und so wird er gelobt vor allem von denen, die ihn gegen seinen Vorgänger und gegen das Papsttum überhaupt ausspielen wollen. Ich nun will ihn nicht im Gegenzug zu bekritteln suchen.
Die Sache ist in meinen Augen die: eine hohe Tugend ist das große Laster der Päpste – die Freundlichkeit. Johannes Paul II. zeigte sich scheinbar einträchtig Seite an Seite mit dem mörderischen Gewaltherrscher und Marktliberalisierer Pinochet; Benedikt XVI. ließ einmal der Atomindustrie ein Grußwort zukommen, das, inhaltlich gedeutet, schlimm wäre. Da reiht sich nun die Beileidskundgebung Franciscus’ I. ein.
Warum aber für Frau Thatcher, nicht jedoch für Herrn Schreiner? «Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht», ließ Berthold Brecht in der Dreigroschenoper singen.