Samstag, 3. Mai 2014

Was ist Fachismus?

Ein Buch ist erschienen: „Der islamische Faschismus“; der Autor, Hamed Abdel-Samad, wird interviewt (taz vom 1.4.2014).
Zu seiner Meinung über den Islam kann ich nicht Stellung nehmen (allerdings mutet es mich anachronistisch an, ihn „faschistisch“ zu nennen); doch wie er Faschismus (implicite) definiert, ist interessant: „Die juristisch-politische Seite des Islam ist faschistoid und kann nicht anders, denn wenn ein Islamist in die Politik geht, hat er ein Ziel, nämlich eine islamistische Gesellschaftsordnung durchzusetzen, diese durch die Regeln der Scharia zu beherrschen und im nächsten Schritt auch die Welt zu beherrschen.“ Und: „Was machen Faschisten? Sie versuchen, Andersdenkende zu liquidieren, zum Schweigen zu bringen.“
Wendet man diese implizite Definition auf andere Ideologien an, stellt man an die Stelle von „Islam“, „Scharia“ etwa „Wirtschaftsliberalismus“, „Freier Markt“, so zeigt sich, daß diese Ideologie jedenfalls faschistisch ist. Nun ja: „Andersdenkende zu liquidieren“, das wohl noch nicht; aber wendet man die Definition auf die „political correctness“ an, so stehen wir schon dicht davor (in Spanien ist Anfang dieses Jahres ein Kardinal, Mons. Fernando Sebastián Aguilar, wegen nicht ganz linientreuer Äußerungen angeklagt worden).

„Geschlechtsumwandlung“

Einen besonderen Kommentar dazu bot kürzlich die tageszeitung.

Samstag, 29. März 2014

Eine christlich geprägte Partei

konsequent sozial, konsequent umweltbewußt, weit entfernt von politischer Korrektheit und Neoliberalismus – kann sie hierzulande eine Chance haben?
Wenn ich auf die bayrischen Kommunalwahlen schaue, sehe ich: vielleicht doch. Diese (wenn auch schon über 30 Jahre alte) nun aufstrebende Partei zeigte sich dort in kreisfreien Städten und Landkreisen bereits stärker als Linke, AfD, Piraten, Bayernpartei und Republikaner zusammen. Bei Kommunalwahlen treten allerdings Parteien des öfteren mit örtlichen Wählervereinigungen zusammen an. Zählt man diese gemeinsamen Listen hinzu, so ist die ÖDP erst recht stärker als jene fünf Parteien zusammen und auch bereits stärker als die untergehende FDP. Auch den einen oder anderen Bürgermeister wird sie stellen.
Die 3%-Hürde ist gefallen: ich bin gespannt auf das Ergebnis der Europawahlen.

Nachtrag:
Es sind fünf Bürgermeister geworden; dazu kommt noch die parteilose Bürgermeisterin von Ansbach, die sich auf ÖDP und eine örtliche Wählervereinigung stützt.

Montag, 10. März 2014

Zweierlei Maß

Die deutsche Bundeskanzlerin erklärt Versuche, die Krim von der Ukraïne zu lösen, für völkerrechtswidrig. Das mag sein (ich beziehe nicht Stellung; ich weiß nicht den Weg, die Nöte des Landes zu bewältigen). Vor sechs Jahren löste sich das Kosovo von Serbien. Nun ist das Kosovo geschichtlich sicher mehr mit Serbien verbunden als die Krim mit der Ukraïne. Damals aber protestierte die Bundeskanzlerin nicht.

Samstag, 22. Februar 2014

Papst Franziskus und der extraordinäre Ordo

Unmut hat eine vom Erzbischof von Olmütz, Jan Graubner, wiedergegebene Äußerung von Papst Franziskus ausgelöst, er finde, es sei eine Art Mode, wenn die jüngere Generation zum extraordinären Ordo zurückkehren wolle.
Doch das muß man aus der Spiritualität des Papstes verstehen.
Wer den extraordinären Ordo vorzieht, will damit seinem Glauben, seiner Liebe zum Herrn Ausdruck geben. Doch dabei sind eigenes Erleben, eigene Eindrücke, eigenes Denken von Bedeutung – das ist, wenn auch nichts nur Subjektives, so doch etwas Persönliches. Das eben aber lehnen die Konstitutionen der Gesellschaft Jesu ausdrücklich (§ 547) strikt ab. Sie fordern statt dessen blinden Gehorsam gegenüber dem Oberen – gegenüber dem aktuellen Oberen: „perinde ac cadaver“.
Diesem Kadavergehorsam aber entspricht der ordinäre Ordo, der seinerzeit vom Papst angeordnet wurde. So steht die Spiritualität des blinden Gehorsams gegen die Spiritualität der zu erlebenden Nähe des Herrn.
Papst Franziskus ist Jesuit. Wohl zeigt er sich gegenüber denen, die dem extraordinären Ordo folgen, in der Regel tolerant (in der Regel: ich weiß nicht, wieviel er von den Franziskanern der Immaculata weiß); verstehen kann er die, die statt einfach zu gehorchen in der Liturgie geistliche Tiefe suchen, nicht.

Samstag, 1. Februar 2014

Für Europa nur das Schlechteste

Sicher, die AfD gibt sich politisch erfrischend unkorrekt, familienfreundlich. Nur: Für Europa will sie nur das Schlechteste, sie will laut aktuellem Strategiepapier, daß die EU nur eine «gemeinsame Klammer» für «den freien Verkehr von Waren und Dienstleistungen» sei.
Wer die Familien den Stürmen des Freihandels unterwerfen will, ist alles andere als familienfreundlich.

Demographie

Vor zwei Jahrhunderten: die Überbevölkerung; die Schuldigen (laut Thomas Robert Malthus): die Armen. Sie zu unterstützen, zu schützen wurde für dem Gemeinwohl zuwider erklärt.
Vor einigen Jahrzehnten: die Überbevölkerung; Empfängnisverhütung wurde für notwendig erklärt. Die Schuldigen (der Theorie gemäß): die Menschen der Dritten Welt, die Armen. Die Gewinner: die Produzenten von Empfängnisverhütungsmitteln.
Heute: Überalterung, Fachkräftemangel. Schuldige werden nicht mehr gesucht; die Opfer: unter anderen die Rentner. Die Gewinner: die Arbeitgeber, die weniger Beiträge an die Rentenversicherung zu zahlen brauchen.
Demographie – eine unfehlbare Wissenschaft? Eine kluge und klare Analyse bietet Prof. Gerd Bosbach:
Demografische Desinformation