Dienstag, 27. April 2010

Bio gegen Demeter

Daß für prinzipienstrenge Christen Demeter-Waren nicht recht genießbar sind, ist klar. Daß aber eine gestandene Bio-Bäuerin nun in der tageszeitung ihre Meinung zu Demeter und zu Anthroposophie und Rudolf Steiner gleich mit sagt und auch begründet, ist erfrischend.

Sonntag, 25. April 2010

Ich bin deutscher Katholik – Ich werde nicht vom Zdk vertreten

Nach der letzten ZdK-Tagung muß ich das endlich einmal feststellen.
Ich bin für strikte Aufklärung und Aufarbeitung aller Mißbrauchs- und Mißhandlungsfälle.
Ich bin dagegen, diese Fälle für die immer gleichen zeitgeistigen Forderungen gegen die Kirche zu instrumentalisieren.
Ich erkläre mein Schild zur «Freiware» – jeder füge es nach Belieben in seinen Blog ein. Auch eine Version für Bloggerinnen steht bereit – damit jedem Bedarf entsprochen wird (nicht, daß ich zur Political correctness neigte!).

Mittwoch, 21. April 2010

Deutsch lernen durch Lateinunterricht

Wieder ein konstruktiver Artikel in der tageszeitung über den Lateinunterricht. Professor Stefan Kipf von der Humboldt-Universität Berlin hat bemerkenswerte wissenschaftliche Ergebnisse erzielt: «Schüler nichtdeutscher Herkunft erzielen deutliche Fortschritte in der Zweitsprache Deutsch, wenn sie Lateinunterricht haben.» Latein funktioniere als Reflexionssprache, mit der die Kinder lernten, über Sprache an sich nachzudenken. «Sehr emotional besetzte Themen werden gerade in ethnisch gemischten Gruppen sachlicher und nüchterner besprochen, wenn ein lateinischer Text dazwischengeschaltet ist.»

Montag, 11. Januar 2010

Was im 21. Jahrhundert wirklich zählt

will ein maßgeblicher Redacteur der tageszeitung eruieren; und nun hat er einmal den Nagel auf den Kopf getroffen:
Wer Cicero sagt, muss wieder Cicero meinen !

Donnerstag, 3. September 2009

Eine Sehnsucht

nach Indonesien hatte ich immer - Wiebke fährt wirklich dorthin. Selamat!

Montag, 27. Juli 2009

Was vermißt man

— wenn man nach mehr als einem Decennium aus der hanseatischen Metropole dicht unterm Polarkreis in die kleine obersächsische Großstadt zieht?
Die dort gewonnenen Freunde und Patenkinder? Natürlich, aber die wird man wiedersehen; wir werden sie, sie werden uns besuchen.
Natürlich auch die Einkaufsgelegenheiten, die Lammherzen vom türkischen Metzger, den Babić, den Plavac (den von Ston), den Kaštelet vom Kroaten, das Gemüse aus den Vierlanden, ganz besonders das köstliche Obst aus dem Alten Land. Freilich darf man gespannt sein, was andererseits hierzulande zu entdecken sein wird.
Was aber wohl endgültig fehlt, sind die Gottesdienste in St. Prokop. Einige Monate erst lebte ich im Norden, als ich hörte, daß dort einmal im Monat die Gottesdienste auf Deutsch gefeiert werden, Göttliche Liturgie ebenso wie am Vorabend die Nachtwache. Daraufhin ich ging dort zur Nachtwache; und von da an ging ich, wenn es möglich war, allmonatlich dorthin. Es ist schön dort: der Ritus ist schön, der Gesang, der Raum der Kirche. Und hinter dieser Schönheit ist die Liebe zu spüren, mit der hier alle mitwirken am gemeinsamen Ziel, dem Gottesdienst. Und so fühlte ich mich hier bald heimisch, heimischer als in einer der hiesigen katholischen Kirchen, obwohl ich ja gar nicht zur Communio der Orthodoxen Kirche gehöre. Hier erlebte ich Glauben, der im Ritus Gestalt annahm, hier erfuhr ich, was wirkliche «participatio actuosa» ist, eine Teilnahme der Gemeinde am Ritus, der ihrer Teilnahme am Glauben entspringt.
Alle hatten teil daran, die Offizianten, der kleine Chor, die Gemeinde im Kirchenschiff. Langsam wurde ich dann dessen gewahr, welch entscheidenden Anteil daran der ehrwürdige alte Priester hatte, den ich hier allmonatlich erleben konnte, wie sehr er diese Gemeinde prägte. Er scheute keine Mühe, seine Aufgabe im Gottesdienst mit Liebe auszuführen, auch als die Last des Alters ihm das immer schwerer machte. Ich spürte seine Liebe, wenn er uns Gläubigen nach der Verehrung des Evangelienbuchs die Stirn salbte, so wie ich sie dann auch später bei persönlichen Begegnungen spürte. Und während der Nachtwache geschah es, daß er einen Schwächeanfall erlitt und noch in derselben Nacht starb.
Einige Monate nach seinem Tod hörte ich von seinem Diakon einen Vortrag mit dem Titel: «Was ist Orthodoxie?». Ich stellte fest, daß dies auch ein hervorragender Vortrag gewesen wäre, wenn er ihn unter dem Titel «Was ist Christentum?» gehalten hätte.
Bald darauf wurde dieser Diakon zum Priester geweiht; und mit ihm wird der Gottesdienst in Sankt Prokop, wie ich ihn kenne und liebe, weitergeführt. Künftige Besuche im Norden werde ich, wenn möglich, so einrichten, daß ich an diesen Gottesdiensten teilnehmen kann.

Samstag, 23. Mai 2009

Nachrichten aus Obersachsen

Nachdem die Landesgrenze überschritten ist, gilt es umzusteigen aus dem Schnellzug in den Bummelzug (der wirklich noch einer ist in dieser Zeit, in der sonst die Nahverkehrszüge pünktlicher zu sein pflegen als die Schnellzüge). Binnen einer Stunde – nicht seekrankwerden! er pendelt – erreiche ich die kleine Großstadt tief im Landesinneren.
Der vielgeschmähte Dialekt ist keineswegs unangenehm – im Westen Deutschlands, vom Quintfall bei Köln an südwärts, gibt es viel Heftigeres –; es ist zu hören, daß hier deutschsprachige Slaven reden. Dem westfälischen Ohr ist er ungewohnt, anfangs fast unverständlich – ich therapiere oft im Blindflug. Aber die menschliche Atmosphäre ist angenehm; ich denke, hier läßt es sich leben.

Das Land ist arm, viele sind westwärts geflohen; viele Wohnungen sind frei. Das ist aber für den Immigranten nicht nur von Vorteil; leerstehende, verfallende Häuser und Lücken, die in die Bebauung gerissen sind, tun dem Straßenbild nicht gut. So hoffe ich, daß die leerstehenden Häuser in unserer unmittelbaren Nachbarschaft – es ist eigentlich ein sehr schöner Platz – renoviert, nicht abgerissen werden.
Aber die Stadt ist lebendig; in der kurzen Zeit dort habe ich schon bemerkenswerte Veranstaltungen erlebt. So bietet uns die «Neue jüdische Kammerphilharmonie» ein Festkonzert, ganz ohne Fest dazu, das doch diesen Namen verdient. Neben Herschel und Mendelssohn wird vom mir bisher unbekannten Marc Lavry «An den Flüssen Babylons» gespielt – modern, aber wirklich Musik, nicht Donaueschingen: Streicher vermögen hier wirklich den Psalm in seiner furchtbaren Kraft wiederzugeben (werde ich zu pathetisch? man gestatte es mir einmal, es war wirklich ein großartiges Musikerlebnis).

Zwei Berichte noch aus örtlichen Kirchen:

Eine abwechslungsreiche Vesper

60er-Jahre-Revival